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Befragung des Sichtbaren

36,90 € inkl. MwSt.

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ISBN 978-3-941453-38-8

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Schwarzweiß-Fotografie 2014 – 2020

von Eberhard Zöfel, Tübingen

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Die Photographien Eberhard Zöfels sind wörtlich zu verstehen: Es sind Zeichnungen, ja Bilder mit dem Licht. Sie sind nicht Abbildung, Wiedergabe einer äußeren Wirklichkeit, sie sind aber auch keine Verfremdungen dessen, was wir Realität nennen. Vielmehr lehren sie, die Welt, die uns umgibt - Menschen, Architektur, ja Kunst - , in ihrer überraschenden Besonderheit wahrzunehmen - durchaus im wörtlichen Sinne: sie in ihrer Wahrheit zu erkennen. Dass die Photographien, Licht-Bilder, schwarz-weiß in Erscheinung treten, ist Voraussetzung eben dieser Wirkung. Zöfel, der Photograph, trifft sich mit dem Anspruch der Cineasten der Nouvelle Vague und deren Theorem der caméra-stylo. Der das Kino revolutionierende Satz Alexandre Astrucs - „Der Autor schreibt mit seiner Kamera, wie ein Schriftsteller mit seinem Stift schreibt“ - hat nach mehr als siebzig Jahren Geltung für Eberhard Zöfel als Autor: einem (guten) Schriftsteller gleich läßt er die äußere Welt „in Ruhe”. Er illustriert nicht, manipuliert nicht, ist nicht gefällig. Er zeigt Momente, entreißt sie dem Zufälligen - und überantwortet dem Betrachter das Sehen.

Dr. Maria Moog-Grünewald, Prof.em. Universität Tübingen

Autor/Fotograf: Eberhard Zöfel

WIEDEMANN-VERLAG,

Hardcover, 21 x 30 cm,

200 Seiten, ca. 105 großformatige Fotos

ISBN 978-3-941453-38-8

EUR 32,00 + Porto EUR 4,90

Lieferung auch an den Buchhandel unter
bestellung@wiedemann-verlag.com

Bewertungen

Rang 
08.11.2021

Kontraste


Die Fotografien von Eberhard Zöfel haben mich tief beeindruckt.
Licht und Schatten sind in diesem Buch ein zentrales Thema.
Die Schwarz-weiß Fotografien machen Dinge sichtbar, die man wohl sonst nicht beachten würde.
In vielen Bildern sehe ich Menschen, Bauten und Skulpturen.
Ich frage mich: Was vermitteln sie mir?
Sind die Figuren echt oder aus einer fremden Welt oder Zeit?
Wohin soll ich gucken? Zu den Menschen oder zu den Objekten?
Menschen aus dieser Zeit - Bauten aus längst vergessener Zeit?
Was sagt mir der alte Güterbahnhof?
Wie schwindelfrei ist der Student oben auf der Mauer des Innenhofes der Zürcher Universität?
Das alles und sehr viel mehr hinterfragen Sie sich vielleicht, wenn Sie dieses Buch anschauen und dabei diese mystischen Orte vielleicht ganz anders wahrnehmen.

Rang 
04.11.2021

Ein kostbares Buch

„Befragung des Sichtbaren“ heißt Eberhard Zöfels neues Fotobuch, es heißt ausdrücklich nicht „Hinterfragen des Sichtbaren.“ Es gibt jedoch in dem wunderbaren, opulent ausgestatteten Band etliche Fotografien, vor allem im Kapitel „Dinge“, die Objekte (S.117) zeigen, Strukturen (S. 133), Oberflächen, (S.131), auch die „ Licht Bilder“, denen man gerne ihr Geheimnis entlocken würde, zu denen man am liebsten wie Büchners Woyzeck, der die Figuren, in denen die Schwämme auf dem Boden wachsen, gerne enträtseln würde, sagen möchte: „Wer das lesen könnt.“ Wir können es aber nicht, mehr noch: wir müssen es nicht.
Der Büchner-Preisträger Wilhelm Genazino hat mit Worten eingefangen, was Eberhard Zöfel mit seinen schwarzweiß Fotografien gelungen ist. Bei ihm heißt es (in: „Kein Geld, keine Uhr, keine Mütze“): „Ich stand unter einem Sonnenschirm, betrachtete Rentner, welke Blätter, nasse Taubenfedern, Gummiflitschen, von Erstklässlern verlorene Schwämme. Manches Herabgefallene hob ich auf, drehte es um, schaute es an, trug es eine Weile mit mir herum und legte es an einer anderen Stelle wieder ab.“
Wilhelm Genazino und Eberhard Zöfel zeigen jeweils mit ihren künstlerischen Mitteln die alltägliche Wirklichkeit, aber diese erscheint poetisch, oft schön, mit überraschenden Bezügen, jedoch ohne metaphysische Hintergedanken. Da ist eine freudige Leichtigkeit, die einem keine Sinnsuche aufbürdet.
Die Befragung des Sichtbaren mündet also nicht unbedingt in Antworten, in Deutungen, im Erschließen dessen, was hinter den Dingen und Erscheinungen vermutet werden könnte. Man darf sich ganz der Freude am Betrachten überlassen, dem Spiel von Licht und Schatten, den Bildern von Menschen, Gebäuden, öffentlichen Orten, Innenräumen und Dingen. Und zu so mancher Fotografie werden sich Geschichten einstellen oder Erinnerungen auftauchen.
Es ist ein kostbares Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen wird.

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Befragung des Sichtbaren

Schwarzweiß-Fotografie 2014 – 2020

von Eberhard Zöfel, Tübingen